Pressemitteilungen

Im Repair-Café gibt es viel zu tun/NWZ 13.09.2017

Diesmal waren vor allem die Technik-Experten gefordert. Besucher brachten allerlei kaputte Föhne, Computer und Fernseher.

Instandsetzen statt wegwerfen, auch beim vierten Repair-Café in der Uhinger Brunnenstube hatten die Tüftler in toller Atmosphäre viel zu tun.
Es gibt sie auch beim Uhinger Repair-Café: Menschen, die eine gute halbe Stunde vor der eigentlichen Öffnung da sind: Probieren kann man es ja mal. Und alle haben sie etwas mitgebracht. Hier ein streikendes Haushaltsgerät oder ein Kleidungsstück mit einem Riss, dort ein Erinnerungsstück, das vielleicht mal teuer war und nicht nur deshalb für den Müll zu schade ist. Reparieren statt wegwerfen, das ist der Grund, warum die Synapsen der ehrenamtlichen Bastler, Reparateure und Tüftler rauchen.
Der Jagdinstinkt ist geweckt, die Suche nach dem Fehler kann beginnen. Nicht lange suchen muss Edith Kampffmeyer, mit flinker (Nähmaschinen-)Nadel sind der Hosenboden einer Jeans sowie die Kragennaht am Fleece-Shirt geflickt. An der Anmeldung verteilt Inge Harsch Zettel mit fortlaufenden Nummern, auf denen beispielsweise „Ladegerät defekt, Batterie, 3 Teile“ steht. Hat der Besitzer per Unterschrift die Hausordnung akzeptiert, kann der   „Reparateur“ loslegen.
„Der Laptop will nicht mehr, fährt nicht hoch“, berichtet Monika Benkelmann und schiebt lachend nach: „Aber bitte nicht die Daten löschen, mein Sohn killt mich“. Ein Nicken, ein konzentrierter Blick – Markus Wölfels Zahnrädchen hinter der Stirn nehmen Fahrt auf. Von Anfang an dabei, stellt der Elektro-Ingenieur aus Uhingen immer häufiger fest: „Die Hersteller benutzen ganz bewusst unsägliche Schrauben, dreieckige Kreuzschlitz, da passt kein Schraubenzieher. Man kriegt oft die Geräte nicht auf und wenn, dann lassen sie sich selten zerstörungsfrei öffnen“. Ein großes Ärgernis, das allerdings dem Uhinger nicht den Spaß am Reparieren nimmt: So konnte er beim letzten Mal einen Handy-Besitzer glücklich machen. Das lässt hoffen.
Wenig später erfährt die Mama mit dem Notebook und der Nummer 131 (am Schluss sind es über 170 Abgaben), dass der Computer die Festplatte nicht finde, der Fehler aber unter Umständen mit Hilfe einer Spezial-Software reparierbar sei. Mittlerweile wird an jedem Tisch geschafft, das beliebteste Handwerkzeug: Schraubenzieher, Zange, Lupe sowie „Verstand und Hände“. Und die Besitzer? Die wählen zwischen heimgehen, einkaufen oder am Kaffeetisch mit Gleichgesinnten plaudern. Viele entscheiden sich für Letzteres, verrückt, wie Kaputtes verbindet. Gemütlich ist es im Elektro-Hospital allemal. „Eine sehr gute, kommunikative Sache“, lobt Walter Ries und ergänzt: „Mein Tonband läuft wieder“.
Auch Waltraud und Werner Rommel finden: „Man lernt immer nette Leute kennen“. Neben Zeit und guter Laune hat das Ehepaar noch den Lieblings-Föhn mitgebracht. „Während des Föhnens hat´s plötzlich die Sicherung rausgehauen“, berichtet die Uhingerin vom Schreck in der Morgenstunde. Zum Glück war nur der Kabelstecker verschmort, „wir sollen uns im Baumarkt einen neuen besorgen und dann wiederkommen“, verrät sie.
„Der Wasserkocher mit der Nummer 142 ist fertig“, ruft Werner Lorenz von der Agenda 21, der sich als verantwortlicher Organisator um das ganze Drumherum kümmert und feststellt: „Die Elektriker sind heute sehr gefordert, Bügeleisen, Eismaschine, Kaffeevollautomat, Milchschäumer, Heizlüfter, Toaster, letztes Mal waren wir breiter gefächert, auch Spielzeug aus Holz war dabei“. Neben ihm bringen sich weitere Agenda-Mitglieder wie Ralf Ayrer, Inge und Hermann Harsch, Gerlinde Veil und Walter Zeh ein. Nicht zu vergessen die über zehn gleichfalls ehrenamtlich agierenden Schaffer an den Reparaturtischen und in der Küche.
Im nächsten Moment gehen alle Köpfe in Richtung Eingang. Zwei junge Mädels transportieren einen Fernseher, ein Teil, das man eher selten sieht. „Der geht nicht mehr an und die Garantie ist knapp vorbei“, erklärt Lea Münzinger, die mit ihrer Kusine Anna­bella eigens aus Gingen kommt. Udo Veil nimmt sich das TV-Gerät zur Brust und man sehe und staune, großer Bildschirm ist nicht gleichbedeutend mit vielen Platinen. Flugs hat der studierte Elektro- und Medizintechniker den Übeltäter erkannt: „Es ist das Fernsehkabel, die Kontakte stehen zu weit auseinander. Für zwei bis drei Euro bekommt man ein Neues“. Da hat sich die Fahrt doch gelohnt. Bruno Böhret hat seinen Nass-Trockensauger von Hyla mitgebracht, „das ist ein Höllengerät, schwer zu putzen“, betont er und hofft, dass Hans-Peter Krötz, gleichfalls Medizintechniker, nicht mehr Baustellen als das defekte Netzkabel findet. „Ich komme wieder, habe zu Hause einen Mixer, der bockelet etwas, die Stufen 1 und 2 funktionieren, nur die dritte geht nicht“, berichtet der Ottenbacher, der vom Repair-Café in der Zeitung gelesen hat. Mal schau’n, ob die zwei Stufen seines Mixers noch bis zum 18. November um 14 Uhr durchhalten.


Anfang Das Konzept der Repair-Cafés stammt aus den Niederlanden, das erste fand im Oktober 2009 in Amsterdam statt – in Uhingen gibt es diesen Service seit Februar 2017. Seit 2011 unterstützt die Stiftung „Stichting Repair Café“ lokale Initiativen bei der Einrichtung eines eigenen Reparaturcafés, unter anderem mit Logos und Eintrag in das Ortsverzeichnis auf der zentralen Webseite. Das Konzept hat sich in 30 Ländern verbreitet, in Deutschland findet man in 100 Städten Repair-Cafés. Ziel ist, eine Kultur der Nachhaltigkeit und des gemeinschaftlichen Selbermachens zu fördern.
Bitte Es wird darum gebeten, die reparaturbedürftigen Sachen unbedingt im Ganzen zu bringen. Auseinander gebaute Geräte sind ohne Anleitung schwer zusammen zu bauen.
Sabine Ackermann 13.09.2017


Mitteilungsblatt vom 13.04.2017

2. Repair-Café weiterhin gefragt!Auch das zweite Repair-Café in der Brunnenstube im Berchtholdshof, organisiert von der Uhinger Lokalen Agenda 21, fand wieder regen Zuspruch. Allein 33 „Kundinnen und Kunden“ unternahmen den Versuch, liebgewonnene Gegenstände, deren Funktion gestört war, wieder in Ordnung bringen zu lassen. Unsere Reparateure hatten wieder alle Hände voll zu tun. Voller Eifer und Freude machten sie sich ans Werk. Überwiegend elektrische Kleingeräte, wie Mixer Staubsauger, Kaffeemaschinen, aber auch ein Flachbildschirm, bei dem ein Antennenstecker abgebrochen war, konnte repariert werden. Pendeluhren, Projektor, Aschesauger, Grammophon, Personenwaage und vieles mehr standen zur Reparatur an. Auch die Nähstube konnte wieder vieles in Ordnung bringen. 
Organisator Werner Lorenz sprach von einer tollen Atmosphäre. Die Kunden waren begeistert von dieser wertvollen Einrichtung, die es nicht überall gibt. Uhingen kann stolz sein auf dieses ehrenamtliche Engagement. Rund 20 bis 25 Personen bringen sich bei dieser Initiative ein. Alle Mitwirkenden gilt ein herzlicher Dank. Auch für alle Bürgerinnen und Bürger, die das Repair-Café noch nicht in Anspruch genommen haben.


Mitteilungsblatt vom 08.02.2017

1. Repair-Café in Uhingen – gelungener Einstand
Der Ansturm beim ersten Repair-Café in Uhingen war enorm. Die Besucher standen in langer Schlange vor der Eingangstür zur „Brunnenstube“, so stark war das Interesse am Angebot der Lokalen Agenda 21, dort zu helfen „wo der Schuh drückt“. Nicht weniger als 50 Reparaturen, angefangen vom Kofferradio über Stehlampe, Dampfgarer, Bügeleisen, Lichterkette, Schwibbogen, Drucker, Föhn, Taschenlampe, weitere elektrische Kleingeräte und Taschen, Gürtel, verschiedene Textilien, sowie Plastikteile, die geschweißt werden wollten, standen auf den Anmeldezetteln. Die Frauen an der Annahme hatten alle Hände voll zu tun. Auch die Reparateure hatten kaum Zeit, eine Verschnaufpause einzulegen. Mit ihrem großen Wissen, Geduld und den passenden Werkzeugen waren sie in ihrem Element.
Nicht alle Gegenstände konnten erfolgreich repariert werden. Das lag zum Teil daran, dass manche Geräte gar nicht zum Öffnen geeignet sind oder dass einfach das Ersatzteil fehlte. Meistens konnte aber der Fehler festgestellt werden und „der Kunde“ kann sich überlegen, ob er das Ersatzteil beschaffen möchte und dann beim nächsten Mal wieder dabei ist.
An diesem Nachmittag wurde aber nicht nur geschraubt, gesäubert, gelötet oder genäht. Viele Besucher haben einfach mal reingeschnuppert, zugeschaut, geplaudert oder sich einen Kaffee mit Kuchen gegönnt.
Die Organisatoren um Werner Lorenz und Martina Bartos waren überwältigt ob des großen Interesses aus der Bevölkerung. Dank guter Vorbereitung kam man mit dem riesigen Andrang klar. Die Erfahrungen vom ersten Café werden genutzt, um die Organisation für die kommenden Repair-Cafés noch zu verbessern. Toll waren „die Kunden“, die es mit Fassung nahmen, wenn Wartezeiten angesagt waren.
Es war die Premiere unserer Idee im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung. Das Ziel ist es, defekte Gegenstände nicht einfach wegzuwerfen, sondern nach Möglichkeit wieder zu reparieren. Nachdem der erste Schritt hervorragend eingeschlagen hat, will die Lokale Agenda 21 mit ihren ehrenamtlichen Mitarbeitern/Innen den Weg weiter verfolgen. Vorgesehen sind weitere Repair-Cafés in diesem Jahr.
Herzlichen Dank allen, die da waren!



Nächster Termin:

Das Uhinger „Repair-Café“ öffnet
am Samstag, 20.01.2018, um 14 Uhr
(Annahme der zu reparierenden Gegenstände von 14 bis 16 Uhr)
in der Brunnenstube im Berchtoldshof,
Friedrichstraße 2.

Kontakt

Agenda-Büro Zimmer 204 im Rathaus Uhingen:
Bürozeiten:
Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag vormittags von 9:00 - 12:00 Uhr,
Mittwoch nachmittags von 14 - 18 Uhr, Donnerstag nachmittags von 14 - 16 Uhr
oder nach Vereinbarung

Martina Bartos
Kirchstr. 2
73066 Uhingen
Tel. 07161 9380-133
E-Mail: Martina Bartos

Repair-Café Uhingen
Werner Lorenz; Tel. 07161 32958